Manifest für eine soziale und ökologische Transformation


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Ein Jahrhundert neuer Gewalt und Verteilungskämpfe oder ein Jahrhundert der Nachhaltigkeit?

Letztes Jahr verabschiedete der Verein „NaturFreunde Deutschlands" ein Manifest für eine soziale und ökologische Transformation. Michael Müller, seit 1995 Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands, stellt das Manifest und die darin enthaltenen Forderungen am Dienstag, 9. Oktober 2018 um 18.30 Uhr in der Kreuzeskirche Duisburg-Marxloh, Kaiser-Friedrich-Straße 40, vor.

So heißt es in dem Manifest an einer Stelle: „Wir leben in einer taumelnden Zeit. Der Sozialstaat in seiner heutigen Form gerät an Grenzen. Die Demokratie wird geschwächt, der soziale Zusammenhalt zerbricht, die Idee des Fortschritts ist fragwürdig geworden, das Kräfteverhältnis zwischen Kapital und Arbeit wird kräftig verschoben. Unsere Gesellschaft steckt in einer tiefen Interpretations- und Orientierungskrise. Erneut befinden wir uns in einer großen Transformation. Ursache ist die Herrschaft der Ökonomie über die Gesellschaft. Diese Verselbstständigung der Märkte wurde nicht zuletzt durch die Politik der Deregulierung und Privatisierung ermöglicht. Die Ursache der Transformation ist demnach die Entbettung der Wirtschaft aus gesellschaftlichen Bindungen, die Folge einer Marktgesellschaft. Sie ist ein Angriff auf die Würde und die Humanität der Menschen, vor allem auf ihre sozialen und natürlichen Lebensgrundlagen. Doch diesmal geht es um noch mehr, denn die Menschheit überschreitet planetarische Grenzen, die für das Leben auf der Erde essentiell sind. Wachstum, das Konzept der vergangenen Jahrzehnte, funktioniert nicht mehr in der endlichen, vom Menschen überlasteten Welt. Das Anthropozän verlangt eine neue Qualität politischer Gestaltung und menschlicher Verantwortung. Heute entscheidet sich, ob unser Jahrhundert ein Jahrhundert neuer Gewalt, Ausgrenzung und erbitterter Verteilungskämpfe wird. Oder ein Jahrhundert der Nachhaltigkeit, das mehr ökologische Verträglichkeit und soziale Demokratie miteinander verbindet."

Mit dem Referenten Michael Müller, der auch von 1983 bis 2009 MdB für die SPD und von 2005 bis 2009 Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt war, kann bei der Veranstaltung über diesen Passus und auch das gesamte Manifest diskutiert werden.

Der Eintritt zu der Veranstaltung des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) Duisburg-Niederrhein, ist frei; weitere Infos gibt es hier (Tel. 0203 / 29513170; E-Mail: kda@kirche-duisburg.de).

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