Wir als Ev. Kirchenkreis Kleve und die angeschlossenen ev. Kirchengemeinden lehnen sexualisierte Gewalt in jeglicher Form ab. Sexualisierte Gewalt hat in der Kirche keinen Platz. Wir versuchen durch Präventionsarbeit, die Sensibilisierung von Mitarbeitenden, jegliche Gewalt an Kindern, Jugendlichen, an beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden in unseren Räumlichkeiten zu verhindern. Ebenso bieten wir Betroffenen sexualisierter Gewalt Hilfe und Unterstützung an.

Schutzkonzept des Ev. Kirchenkreises Kleve (Stand Februar 2025)

Seit 2010 wurde Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen in Schulen, Internaten und Heimen vermehrt offengelegt. Das Thema sexualisierte Gewalt und der Umgang damit entwickelte sich zum Dauerthema in den Medien. Die Ev. Kirche im Rheinland hat schon früh in Hilfe, Beratung und Präventionsarbeit investiert. Eine Meldestelle wurde eingerichtet, eine Anlaufstelle bietet Hilfe und Unterstützung, ergänzende Handreichungen veröffentlicht.  Neben einem neu gefassten Kirchengesetz zur Prävention sexualisierter Gewalt (2020) und der Einrichtung von Ansprechpersonen in den Kirchenkreisen und Gemeinden entschied die Landessynode, dass ergänzend zu gemeindespezifischen Schutzkonzepten und Ansprechpersonen, Prävention auf allen kirchlichen Ebenen stattfinden müsse. Diese soll nicht auf ein paar wenige Mitarbeitende in den Leitungsebenen beschränkt sein. Möglichst alle der beruflich und ehrenamtlich aktiven Menschen einer Gemeinde sollen durch Präventionsschulungen sensibilisiert werden.

Im Kirchenkreis werden diese Präventionsschulungen seit November 2022 angeboten, die Landeskirche macht weitere Angebote. Sensibilisierung heißt: hinschauen, helfen und handeln. Im Idealfall, bevor etwas passiert. Die Sensibilisierung aller Mitarbeitenden soll helfen, den gemeindlichen Alltag so zu organisieren, dass es potentielle Täterinnen und Täter so schwer wie möglich haben. Wenn viele Leute in einer Gemeinde hinschauen, Gefahren erkannt und abgestellt werden, ist schon viel gewonnen. Die Schulung informiert über einige rechtliche Grundlagen, definiert sexualisierte Gewalt und macht auf die Sicht von Täter:innen und Betroffenen aufmerksam. Ebenso widmet sie sich der Leitungsverantwortung, die jedes Presbyterium insbesondere in einem Krisenfall wie dem eines Missbrauchs in der Gemeinde hat.

Termine der kommenden Schulungen

AUFFRISCHUNGSSCHULUNGEN
Diese werden erst im kommenden Jahr 2026 angeboten. Sie werden neu konzipiert und sind deutlich kürzer als die Erst-Schulungen (Basis/Leitung). Unten aufgeführte Schulungen sind nur für noch nicht geschulte Menschen gedacht.

Anmeldungen sind möglich per E-Mail: anmeldung.kkkleve@ekir.de

Die Samstag-Schulungen enthalten Basis- und Leitungsteil, und auch die Kombitermine Basis/Leitung sind nur für Menschen der Kategorie "A" gedacht.
Anmeldeschluss jeweils 10 Tage vor Beginn einer Schulung!!
Wer nur Basis "B" braucht, nimmt die Basisschulung.
Die Schulungen finden, wenn nicht anders angegeben, im Kirchenkreis, Niersstraße 1 in Goch statt.
Mitzubringen ist nur etwas zu schreiben und samstags ggf eigene Snacks, wer Unverträglichkeiten Gluten/Laktose besitzt.

Die Namenskürzel stehen für Sabine Jordan-Schöler (JS) und Stefan Schmelting (StS)

Datum Wer Art Uhrzeit Ort Platz frei


2026

         
Samstag, 24. Januar 2026 JS/StS Leitung 09:00-15:00 Uhr   Frei
Donnerstag, 29.1.2026 StS Leitung 09:00-15:00 Uhr Kita Kevelaer Frei für Kita-Mitarbeitende
Montag, 23.02.2026 StS Basis 18:30-21:30 Uhr   Frei
Donnerstag, 26.02.2026 JS/StS Basis 18:30-21:30 Uhr Nieukerk Frei
Samstag, 28.02.2026 JS/StS  Leitung 09:00-15:00 Uhr   Frei
Mi+Do, 4.03.+5.03.2026 JS/StS Basis+Leitung 18:30-21:30 Uhr   Frei
           

Kontakte für Betroffene

Im Kirchenkreis möchten wir allen Menschen, die sexualsierte Gewalt erfahren haben, hier oder anderswo, kürzlich oder lange zurückliegend, zuhören und helfen. Neben den kirchlichen Ansprechpersonen gibt es ebenso bei Jugendämtern, der Polizei und anderen Beratungseinrichtungen für dieses Thema geschulte und verantwortliche Menschen.

Ev. Kirche im Rheinland

Die Ansprechstelle für den Umgang mit Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung in der Evangelischen Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung bietet Betroffenen, deren Angehörigen und anderen Ratsuchenden vertrauliche Beratung an.

Ansprechstelle im Umgang mit Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung
Hans-Böckler-Straße 7, 40476 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 45 62 391

Die Meldestelle im Landeskirchenamt ist erreichbar unter Tel. 0211 4562-602 und per Mail an meldestelle@ekir.de. Für beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitende besteht nach dem Kirchengesetz Meldepflicht bei begründetem Verdacht auf sexualisierte Gewalt.

Ansprechpartnerin Claudia Paul ist unter Tel. 0211 3610-312 erreichbar.
Claudia Paul ist auch für Intervention und gemeinsam mit Juliane Arnold und Vlad Chiorean für Prävention zuständig.
Weitere Information der Ev. Kirche im Rheinland zum Thema finden Sie hier: https://www2.ekir.de/thema/missbrauch-sexualisierte-gewalt/

Wenn es um individuelle Anerkennungsleistungen geht, erhalten Betroffene Beratung bei der Fachstelle für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung (FUVSS) der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL).

Ev. Kirchenkreis Kleve

Ansprechpersonen für Fragen sexualisierter Gewalt
Pfarrerin Yvonne Brück
Schulstraße 2
47661 Issum
yvonne.brueck@ekir.de
Mobil:  0176 805 097 16

Diakon Julius Kurschat
47647 Kerken
julius.kurschat@ekir.de
Mobil: 0173 / 29 45 948

Evangelische Kirchengemeinden

Darüberhinaus gibt es für dieses Thema in den Kirchengemeinden vor Ort Ansprechpersonen, diese sind auf Plakaten, im Netz oder im Gemeindebrief zu finden. Betroffene wählen sich ihre Ansprechperson, der sie sich öffnen wollen, und den Zeitpunkt selbst aus. Es gibt dafür keine Vorschriften und kein "Richtig" oder "Falsch". Personen, die als Ansprechperson dienen, sind jedoch für sexualsierte Gewalt besonders sensibilisert oder geschult.

Neue externe Ansprechstelle
Rheinische und westfälische Kirche kooperieren mit „Wildwasser Bielefeld e. V.“
Ein Ort für Menschen, die das Vertrauen in die Kirche verloren haben

Sexualisierte Gewalt erzeugt kaum nachvollziehbares Leid. Besonders schwer fällt es vielen Betroffenen, sich an eine*n Mitarbeiter*in der Kirche zu wenden, wenn die Taten im kirchlichen Kontext geschehen sind. Damit sie diese Hürde umgehen können, steht Betroffenen aller Geschlechter aus Westfalen und dem gesamten Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland seit 2026 eine unabhängige externe Ansprechstelle zur Verfügung.

Der unabhängige Verein "Wildwasser Bielefeld e. V." entstand 1991 aus einer Selbsthilfegruppe. Er bietet professionelle Beratung und Unterstützung für Betroffene von sexualisierter Gewalt. Neben persönlicher Beratung vor Ort, am Telefon und online bietet „Wildwasser“ auch Unterstützung in themenorientierten Gruppen, Supervision und fachspezifische Tagungen und Fortbildungen an. „Wir haben eine qualifizierte kirchliche Ansprechstelle für sexualisierte Gewalt“, sagt Antje Menn, die als Vizepräses die Beauftragte der rheinischen Kirchenleitung für den Themenbereich sexualisierte Gewalt ist. „Gleichzeitig ist uns wichtig, dass wir mit ,Wildwasser e. V.‘ nun auch eine hochqualifizierte unabhängige, externe Ansprechstelle anbieten. Diese bietet vor allem für Menschen, die aufgrund eigener Erfahrungen oder aus anderen Gründen das Vertrauen in unsere Kirche verloren haben, einen niedrigschwelligeren neutralen Ort, an dem sie sich sicherer fühlen können. Wir hoffen, dass dieses Angebot genutzt werden wird.“

Kontakt und Unterstützung
Wer sich vertrauensvoll an die neue Ansprechstelle wendet, erhält dort Beratung und Hilfe bei der Bewältigung der belastenden Situation. Auch auf welchen Wegen gegebenenfalls Anerkennungsleistungen oder weitere Unterstützung zu erlangen sind, zeigen die Mitarbeiterinnen von Wildwasser auf. Die Ansprechstelle ist unter Telefon 0521 5573466 montags von 15 bis 16.30 Uhr zu erreichen. Anfragen per E-Mail erreichen Wildwasser unter ansprechstelle@wildwasser-bielefeld.de.

Ansprechstelle help!

Help! ist ebenfalls eine Anlaufstelle für die Unabhängige Information Betroffener sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und der Diakonie. An sie können sich Betroffene, Angehörige, kirchlich Mitarbeitende und Interessierte wenden. (Tel. 0800 5040 112, E-Mail: zentrale@anlaufstelle.help, www.anlaufstelle.help

Vernetzungsplattform BeNe (BetroffenenNetzwerk)
 
BeNe wurde durch die Arbeitsgruppe „Vernetzungsplattform BeNe“ des Beteiligungsforums entwickelt und gibt von sexualisierter Gewalt Betroffenen die Möglichkeit, sich auszutauschen und zu vernetzen. BeNe ist eine Seite von Betroffenen für Betroffene von sexualisierter Gewalt. Das zentrale Element ist das Ermöglichen der Kommunikation in Foren. Hier können verschiedene Themen in einem sicheren Rahmen diskutiert werden. Manuela Nicklas-Beck, Betroffene im Beteiligungsforum, betont: „Wir brauchen einen Raum nur für Betroffene. Wir brauchen einen Raum, um uns auszutauschen und zu vernetzen, auch außerhalb von kirchlichen Veranstaltungen, kirchlichen Häusern und in Kirche Mitarbeitenden.“
 
Auf BeNe können Betroffene außerdem über eine Pinnwand beispielsweise Hinweise auf Veranstaltungen oder auch kreative Beiträge teilen. Es gibt gebündelt
Informationen über Anerkennungsverfahren und Fachstellen der evangelischen Kirche und Diakonie und zu unabhängigen Unterstützungsangeboten. BeNe ist ein Angebot für alle von sexualisierter Gewalt Betroffenen, unabhängig vom Tatkontext. Finanziert wird das Projekt durch die EKD nach einem Beschluss der Synode der EKD.

Zu BeNe gelangen Sie über folgenden Link: www.betroffenen-netzwerk.de
Instagram-Seite: bene_betroffenennetzwerk