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Pfarrerin Heimann wird verabschiedet

Geldern. Der Gottesdienst am Sonntag, 1. März beginnt in der Heilig-Geist-Kirche um 11 Uhr. Sabine Heimann wird durch den Superintendenten des Kirchenkreises, Pfarrer Robert Arndt, vom Pfarrdienst in Geldern entpflichtet.

Sie geht, um zu bleiben: Pfarrerin Heimann hat in ihrem beruflichen Leben einige Male und gerne die Arbeitsstelle gewechselt, ist umgezogen. „Nun will ich lernen, zu bleiben“, sagt die Seelsorgerin lächelnd, deren Dienst vor mehr als 40 Jahren 1985 mit dem Vikariat begann. „Ich komme aus einer Familie, in der Glaube und Theologie immer eine wichtige Rolle gespielt haben“. In Essen-Werden ist sie aufgewachsen und erfuhr dort beim CVJM weitere Impulse. „Biblische Texte zu entdecken, das finde ich bis heute spannend.“ Heimann begann mit den Studiengängen Geschichte und Evangelische Theologie (Bonn, Tübingen/Wuppertal). Anfangs erschien ihr der Pfarrberuf noch als eine zu große Aufgabe, entschied sie sich dann doch für ihn.

Viel gelernt hat die angehende Pfarrerin im Vikariat einer Gemeinde im Essener Norden, einer Gemeinde mit Bergarbeiter und Industriearbeiter-Tradition. „Im Pfarrberuf lernt man, zu elementarisieren“, erklärt sie. Dass bedeute, theologische Inhalte des Studiums herunterzubrechen auf eine Sprache, die die Menschen verstehen.

Wichtig ist Heimann bei allen beruflichen Stationen der Einsatz für Solidarität, weltweite Gerechtigkeit und auch für feministische Theologie gewesen. Nach den ersten paar Jahren als Gemeindepfarrerin im Oberbergischen Land begann sie für den damaligen GMÖ – Gemeindedienst Mission und Ökumene Region Köln-Bonn zu arbeiten. Das hieß Bildungsarbeit in und für 130 Kirchengemeinden sowie interkulturelle Begegnungen. Von den Reisen zu Partnerkirchen weltweit hat sie mitgenommen, dass Gottesdienste fröhlich sein können, zumindest anders fröhlich, als wir es in nordeuropäischen Kirchen gewohnt sind.

Ein Tipp führte sie dann 2011 nach Geldern. Beim inkognito-Besuch strahlte der Kirchraum der Heilig-Geist-Kirche für Heimann Breite, Weite und Atmosphäre aus. Der Kantatengottesdienst gefiel der musikbegeisterten Pfarrerin damals, ebenso die Kugeln Eis neben der Kirche. Dem Beginn in Geldern stand nichts mehr im Wege. „Der flache Niederrhein war für mich ungewohnt, aber ich schätze Geldern als Kleinstadt, in der ich alles bekommen kann.“

„Frau trifft Kirche“ ist eines der Angebote, die in den vergangenen Jahren neu entwickelt wurden. „Es war einfach ein Bedürfnis da, ein Angebot für Frauen vor dem Rentenalter zu schaffen.“ So hofft Heimann nun, dass die Gemeinde weiter engagiert bleibt und sich Neues entwickelt. Persönlich lässt sie den Ruhestand einfach auf sich zukommen. „Auf jeden Fall erstmal eine Pause gönnen.“ Hund und Pferd werden sich definitiv auf größere Runden freuen dürfen.

Statt mit zwei vollen Pfarrstellen muss Geldern demnächst die Gemeindearbeit auf eineinhalb Pfarrstellen verteilen. Neben Christoph Holstein (100 Prozent) wird Pfarrerin Yvonne Brück die Gemeinden Issum und Geldern mit je einer halben Pfarrstelle betreuen. Durch die Sommerkirche und den Religionsunterricht am Lise-Meitner-Gymnasium ist sie einigen Menschen in Geldern schon bekannt.

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