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(K)eine Lobhudelei: Pfarrer Ralf Streppel

Geldern. Natürlich war die Heilig-Geist-Kirche voll besetzt, als am Sonntagmorgen Pfarrer Ralf Streppel in den Ruhestand verabschiedet wurde. Fast 25 Jahre ist der Seelsorger in der Evangelischen Kirchengemeinde Geldern nun tätig gewesen. Dass sein Wirken segensreich war und immer noch ist, brachten Grußworte und viele persönliche Worte danach zum Ausdruck. Die Kantorei unter der Leitung von Jeehyun Park trug zum festlichen Charakter des Gottesdienstes bei.

Viele seiner Dienstpflichten hat Pfarrer Streppel gerne getan. Selbst „beerdigt“ hat er gerne. Er war für Menschen an Weggabelungen des Lebens ein zuhörender Ansprechpartner. „Manches, was ein Pfarrer tut, ist nicht öffentlich sichtbar“, so Superintendent Pfarrer Robert Arndt vor der offiziellen Entpflichtung. Danach stand die Gemeinde applaudierend auf für „ihren“ Pfarrer, der ab jetzt neuer Pfarrer im Ruhestand ist.

Mehrere Male fiel das Wort „verlässlich und humorvoll“ in den Grußworten. „Und beeindruckend vorbereitet warst du auch immer“, sagte die stellvertretene Presbyteriumsvorsitzende, Kitty Hetzel. „Danke für deine Kollegialität und für alles, was du für diese Kirchengemeinde getan hast“, dankte Pfarrerin Sabine Heimann. „Danke für deine besonnene Haltung und deinen Widerspruch während der Sitzungen des Kreissynodalvorstands, wenn du ihn für nötig gehalten hast“, formulierte Superintendent Arndt. Und: „Du hattest meistens Recht.“

Auch Menschen am Anfang ihres Lebens begeisterten den beliebten Gemeindepfarrer immer wieder. Natürlich die Kinder in der gemeindeeigenen Kindertagesstätte, als auch Kinder mit Behinderung: Fast jeden Mittwoch in den vergangenen 25 Jahren besuchte Streppel zusammen mit dem katholischen Pastoralreferenten Friedrich Appel die Gelderlandschule, Förderzentrum des Kreises Kleve in Geldern. „Es ist mehr als nur Kollegialität, sondern Freundschaft gewachsen“, beschrieb Appel die guten ökumenischen Beziehungen. Kinder hätten ihn sogar schon gefragt „wo denn der Streppel sei“ als er alleine durch die Innenstadt spazierte.

Ein weiteres Anliegen war Pfarrer Streppel die Partnerschaft mit dem indonesischen Kirchenkreis Silindung auf Nordsumatra. Sogar die Sprache der Batak hat er in den Jahren erlernt und konnte sich so mit den Menschen während dreier Delegationsreisen und Begegnungen hier im Kirchenkreis mit den Indonesiern bestens verständigen. Pfarrerin Mika Purba und ihre Familie waren jahrelang in Geldern mit im Team der Gemeinde und dankten aus Indonesien mit einem Video für alles, was er ermöglicht hat. In den vergangenen Jahren entstand im Kirchenkreis die Zusammenarbeit in den Regionen, Pfarrerin Karin Dembek (Kevelaer) dankte stellvertretend für die gute Zusammenarbeit und Streppels ausgleichende Art in der Region Süd. Für die Kommune ebenfalls „Danke“ sagte und alles Gute wünschte Bürgermeister Sven Kaiser.

„Auch wenn du nun erstmal der Gemeinde fernbleibst, hoffen wir, dass du immer mal wieder zu uns kommst“, wünschte sich Pfarrerin Heimann. „Keine Lobhudeleien war immer dein Credo“, sagte sie zum Schluss, aber so ganz ohne ging es dann doch nicht.

Von allem bewegt dankte Ralf Streppel den Menschen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben und zum Abschied gekommen waren. Danach nutzte die Gemeinde bei Suppe, Kuchen, Kaffee und – wer wollte einem kühlen Bier – die Gelegenheit, persönlich Abschied zu nehmen.

Alles Gute!

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