Aktuelles
„Blauer Salon“ diskutiert das „Osterparadoxon“

Goch. Der "Blaue Salon" am Mittwoch, 26. März hat das „Osterparadoxon“ zum Thema. Dr. Ing. Roland Buchmann (Recklinghausen) erklärt ab 15 Uhr im Haus der kreiskirchlichen Dienste an der Niersstraße in Goch die Einführung der „Osterregel“. Sie wurde vor 1.700 Jahren, während des Konzils von Nicaea im Jahr 325 beschlossen. Die „Gespräche im Blauen Salon“ sind eine Gesprächsreihe der Erwachsenenbildung und der Fachgruppe Älterwerden im Evangelischen Kirchenkreis Kleve.
In der Historie war die Berechnung des exakten Datums von Frühlingsanfang und Vollmond äußerst aufwendig. Daher wurde ein Kalenderzyklus entwickelt, der die himmlischen Abläufe in einem Rhythmus von 532 Jahren bis auf wenige Ausnahmen perfekt abbildet. Die Regel lautet seit dem Konzil 325: Ostern ist am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.
Die Regel klingt einfacher, als sie ist: Heute gilt kalendarisch immer der 21. März als Frühlingsanfang, auch wenn die Tag-Nachtgleiche astronomisch gesehen einen oder zwei Tage früher liegen kann. Das Osterparadoxon beschreibt den Fall, dass Ostern nicht am 1. Sonntag nach dem 1. Frühlingsvollmond gefeiert wird, weil der Vollmond noch vor Ende des 21. März erscheint. So kann zwischen dem frühesten und spätesten Ostertermin über ein Monat liegen.
Das war zum Beispiel 2019 der Fall und wird erneut 2038 auftreten. Ostern findet dann vier Wochen später statt. Neben der Karnevalszeit orientieren sich kirchliche Feiertage wie Himmelfahrt und Pfingsten am Datum des Osterfestes (39 und 50 Tage nach Ostern). Um die Schwierigkeiten bei der Bestimmung des Osterdatums aufzuzeigen, lässt Buchmann im Salongespräch die Kalenderreformen der letzten etwa 2.500 Jahre Revue passieren. Sie führten zu unserem heutigen Kalender und die heute gewohnte Zeitrechnung ‚nach Christi Geburt‘. Zum Schluss stellt Buchmann einen mathematischen Algorithmus aus dem frühen 19. Jahrhundert vor, mit dem das Osterdatum für jedes einzelne Jahr über Jahrhunderte im Voraus (und auch retrospektiv) berechnet werden kann.
Anmeldungen gerne bis zum 23. März bei Pfarrerin Sabine Jordan-Schöler unter Telefon: 02826 / 91 84 42 oder per E-Mail: sabine.jordan-schoeler@ekir.de
Die Tradition der Salongespräche begann 1605 im Blauen Salon der Marquise Catherine de Rambouillet. Sie förderte den gesellschaftlichen Gedankenaustausch Europas. Salongespräche wurden häufig nach der farblichen Ausstattung der Räume benannt.