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Kirche in Bewegung – Taufe mal anders

Bericht: Geertje Wallasch, Fotos: Antje Tuerk 

Der Evangelische Kirchenkreis Kleve feierte sein erstes Tauffest. Es begann am Sonntag, 14. Juni 2026 um 11 Uhr im Freizeitbad Kevelaer in einem anderen Format, als Taufen meistens in den Kirchen gefeiert werden.

Verantwortlich für die Kirchengemeinden Kevelaer, Issum und Goch bereiteten Pfarrerin Karin Dembek, Pfarrerin Yvonne Brück, Vikarin Cristina Kielich und Prädikant Dirk Elsenbruch diese Veranstaltung vor. Sie hatten viele engagierte Menschen an ihrer Seite, ohne die so eine Taufe nicht möglich gewesen wäre. Dies betonten sie und bedankten sich beim ganzen Team. Nicht nur die Täuflinge durften sich nach dem Abschluss dieses Gottesdienstes zur Mittagszeit etwas am Kiosk aussuchen. Auch für das Team hielt der Kiosk gratis eine kleine Belohnung bereit, z.B. „eine Pommes“. Dafür musste man nur einen kleinen Chip einlösen.

Bereits im vergangenen Jahr waren Taufen im Freizeitbad Kevelaer möglich. Die Idee hatte Klaus Schürmanns, der Vorsitzende des Bädervereins Kevelaer. Bereits letztes Jahr wurde dieses neue Angebot als regionaler Test gut angenommen. Sieben Täuflinge meldeten sich damals an. Eine siebzehnjährige junge Frau war dabei, die sich darüber freute, ihre Taufe auf so eine Weise realisieren zu können.

An diesem Sonntag waren es nun siebzehn Familien, die ihre Kinder im Freibad taufen lassen wollten. Die Region Süd des Kirchenkreises Kleve hatte in 2025 begonnen, so eine Taufe anzubieten, nun brachte sich auch Prädikant Dirk Elsenbruch aus der Kirchengemeinde Goch mit ein. „Das ist doch mal etwas Anderes“, freuten sich die Gäste des Taufgottesdienstes. In Fürbitten, die sie formulierten, wünschten sie den Täuflingen einen Gott, der ihnen den Weg weisen möge, auch wenn dieser nicht immer gerade verläuft. Sie sollten von Liebe umgeben sein und jeden Tag einen Grund zum Lächeln haben. Mit Gott sollten sie in der Gewissheit aufwachsen, dass sie von ihm getragen sind. In Bewegung kamen die Menschen während des Gottesdienstes nicht nur während sie bei dem Lied 'Halleluja, Preiset den Herrn' abwechselnd standen oder in die Hocke gingen. Während der Taufen im lauwarmen Becken wurden verschiedene Workshops angeboten. Eine Jugendband unter der Leitung von Simon Wesseler (e-piano) brachte zusätzlichen Schwung in den anderen Gottesdienst. „My lighthouse is shining in the darkness“, war eines der Lieder, das sie sangen.

„Mitten im Leben machen wir uns auf eine andere Weise nass“, begrüßte Karin Dembek die Menschen im Freibad Kevelaer. Cristina Kielich forderte auf, dieses ‚Ja‘ zu Gott weiterzugeben: „Hört niemals auf, zuzuhören, hört niemals auf, zu lernen, hört nie auf, aufeinander zu achten“. „Und der Himmel tat sich auf“, erzählte Yvonne Brück die Taufgeschichte, „du bist mein geliebtes Kind. Auch wenn wir scheitern, uns gerade nicht wohl ist, bist du geliebt. Erzählt es allen. Es ist die schönste Botschaft der Welt“. Die Menschen applaudieren.

In einem Gespräch am Rand des Wasserbeckens hinterfragte Brück kritisch, ob diese Art der Taufen nicht spirituell genug waren. Doch das wurde nicht bestätigt. Im Gegenteil war zu hören: „Haben Sie gut gemacht, mal was ganz anderes.“ Ein junges Mädchen rutschte förmlich in ihre Taufe. Sie benutzte die Rutsche in dem Wasserbecken. Brück freute sich über diese vielen schönen Taufen und war gegen Ende der Veranstaltung hier und da unterwegs. Sie fand keine Zeit ihre nasse Bekleidung gegen eine trockene auszutauschen. „Im nächsten Jahr machen wir mal eine Pause“, bemerkte sie etwas erschöpft. Vikarin Kielich dazu: „Das sagt sie jetzt, morgen sieht das schon wieder anders aus“. Eine Familie aus Leichlingen im Rheinland hat sich in ihrem Kalender für 2027 schon die Taufe ihres Sohnes im Freibad Kevelaer vorgemerkt. Sie warten nur noch auf den Termin. Da wird sich der Kirchenkreis sicher noch etwas einfallen lassen, damit diese besonderen Taufen im Freien weiter stattfinden.

Bericht: Geertje Wallasch, Fotos: Antje Türk

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