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Gemeindeversammlung zur Aufgabe des Standorts

vlnr Assessorin Rahel Schaller, Pfarrerin Sabine Jordan-Schöler, Arno Kohlleppel, Elisabeth Liehs, Katja Groenewald

Keeken. Es gibt sicher schönere Themen für eine Gemeindeversammlung: Die zwei traurigen Punkte am Sonntag: Schließung des Friedhofs und Aufgabe des Standorts Keeken. Rund 25 Menschen hatten sich nach dem Gottesdienst zur anschließenden Gemeindeversammlung eingefunden, die meisten waren Nutzungsberechtigte von Grabstellen auf dem Friedhof.

Das von der stellvertretenden Superintendentin Rahel Schaller moderierte Gespräch zeigte: Der Entschluss fiel nicht leicht, doch die Situation ließ für das 4-köpfige Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Schenkenschanz-Keeken wenig Spielraum. Der Friedhof wird seit fast 20 Jahren mit großem Engagement und ehrenamtlich vom Förderverein des Friedhofs mit zwei Stellen (Schenkenschanz und Keeken) gepflegt. Der Förderverein plant derzeit jedoch seine Auflösung, viele der Mitglieder haben bereits ein hohes Alter erreicht. Das Problem der Kirchengemeinde: Ein evangelischer Friedhof muss sich durch die eingenommenen Nutzungsgelder selber tragen. Pro Jahr fallen 4.000 Euro an öffentlichen Abgaben für den Friedhof an, dazu kommen Kosten für Verwaltung und gärtnerische Pflege, so diese nicht ehrenamtlich gestemmt wird. Mit durchschnittlich einer Bestattung pro Jahr war das in den vergangenen Jahren ein großes finanzielles Missverhältnis. Dazu kommt: „Ein Teil der Gräber wird von Angehörigen nicht gepflegt, obwohl es deren Aufgabe wäre“, hieß es. Für die Kirchengemeinde ist es zudem sehr schwierig, Nutzungsberechtigte zu ermitteln, die nicht Gemeindeglied sind und Adressänderungen nicht mitteilen.

Das Presbyterium wird nun in Kürze ein Schließdatum festlegen. Erst daraus folgen weitere Daten, wie die Ruhezeit und der Zeitraum, in dem bis zur Schließung noch Urnenbeisetzungen stattfinden dürfen. Die Ruhezeit beginnt mit der letzten Erdbestattung. Eine neue Friedhofsatzung wird erstellt und die Kirchengemeinde kann für die Grundpflege des Friedhofs Kirchensteuergeld einsetzen, das sie vor einer Schließung nicht nutzen darf.

Für einige Menschen ist die geplante Aufgabe des Standortes und die damit verbundene Entwidmung der Kirche noch trauriger. „Die Ankündigung hat bei mir ein großes Loch entstehen lassen“, sagte ein Anwesender aus Kleve mit familiären Wurzeln in Keeken. Auch das angegliederte Wohnhaus würde dann aufgegeben. Für den Erhalt des ohnehin denkmalgeschützten Ensembles machten sich einige Anwesende stark. „Die Kirche ist mehr als nur ein Gebäude“, sagte Rahel Schaller. Natürlich verbinden Menschen Erinnerungen mit dieser Kirche. Die eigene Konfirmation oder Hochzeit, sie ist auch ein Ort, wo Glauben gelebt wird.

„Wir müssen uns als Gesamtkirche dennoch zukunftsfähig aufstellen“, betonte Assessorin Schaller. Landeskirchenweit beschäftigen Kirchengemeinden sich mit Gebäudestrukturanalysen und überlegen, welche Gebäude in den kommenden Jahrzehnten für die Gemeindearbeit gebraucht werden und finanzierbar sind. Dass eine Kirchengemeinde wie Schenkenschanz-Keeken mit 168 Gemeindegliedern zwei Kirchen unterhält ist zwar historisch gewachsen und hat seinen Charme, den auch sonntäglich Radfahrer anmerken.

Der Unterhalt beider Kirchen kann jedoch aufgrund der eigenen und der gesamtkirchlichen Entwicklung der Ressourcen nicht mehr gestemmt werden. Auch mit Fördergeldern bräuchte es Eigenkapital, das die Kirchengemeinde nicht hat. „Die Entscheidung, ob wir Keeken oder Schenkenschanz aufgeben, war rein pragmatisch“, so die Mitglieder des Presbyteriums: In Keeken beträgt der Sanierungsstau gutachterlich bescheinigt 600.000 Euro. Dem Presbyterium wird es ein Anliegen sein, Kirche und Wohngebäude an einen Investor oder eine Eigentümergemeinschaft zu veräußern, mit dem Ziel, die äußere Hülle zu erhalten und das Gebäude seiner Würde entsprechend zu nutzen. Bei allen Sorgenfalten: Gelobt wurde die offene und transparente Kommunikation der Gemeinde.

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