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Gemeinden und Kirchenkreise fusionieren

Düsseldorf. Insgesamt 26 Gemeindefusionen und zwei Zusammenschlüsse von Kirchenkreisen sorgen dafür, dass aus den bislang 576 Kirchengemeinden und 37 Kirchenkreisen im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland zum 1. Januar 2026 dann 527 Gemeinden und 34 Kirchenkreise wurden. Eine Kirchengemeinde wechselte die Landeskirche.

Mithilfe der Neustrukturierungen möchten die zuständigen Leitungsgremien der Gemeinden beziehungsweise der Kirchenkreise vorhandene Kräfte bündeln und Weichen für die Zukunft stellen. „Die Zahl der Fusionen zeigt, dass wir uns mitten im Veränderungsprozess befinden“, sagt Landeskirchenrätin Antje Hieronimus, Leiterin des Dezernats für Kirchenkreisangelegenheiten im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland. „Weniger Kirchenmitglieder bedeuten auch weniger hauptamtliches Personal, weniger Gottesdienststätten und weniger Kirchensteuer. Daher schließen sich Gemeinden und Kirchenkreise zusammen.“

Auslöser sind in erster Linie die zurückgehenden Pfarrstellen
Als Auslöser für die aktuellen Fusionen sieht Hieronimus „in erster Linie die zurückgehenden Pfarrstellen und die Schwierigkeiten, vorhandene Pfarrstellen zu besetzen“. Die Landeskirchenrätin erklärt: „Die Zeit, in der die Babyboomer in den Ruhestand gehen, hat begonnen. Viele Kirchenkreise arbeiten konzeptionell daran, wie die pfarramtliche Versorgung sichergestellt werden kann. Innerhalb einer größeren Kirchengemeinde können volle Pfarrstellen gesichert oder ein gemeinsames pastorales Amt abgebildet werden, Vertretung ist leichter möglich.“

Zusammenschlüsse in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz
An den Gemeindefusionen sind insgesamt 76 Kirchengemeinden in 18 Kirchenkreisen beteiligt. 18 Gemeindefusionen finden in Nordrhein-Westfalen statt, eine in Hessen und sieben in Rheinland-Pfalz, wobei an einer dieser Fusionen auch eine Kirchengemeinde aus dem Saarland beteiligt ist. Von den beiden Kirchenkreisfusionen liegt eine in Nordrhein-Westfalen und eine im Saarland. Hieran sind insgesamt fünf Kirchenkreise beteiligt. Zuletzt gab es 2019 einen Zusammenschluss von Kirchenkreisen.

Eine Kirchengemeinde wechselt die Landeskirche
Die Evangelische Kirchengemeinde Bingerbrück im Kirchenkreis An Nahe und Glan wechselt von der Evangelischen Kirche im Rheinland zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Die Kirchengemeinde besteht aus zwei Gemeindebezirken: Weiler bei Bingen und Bingerbrück. Der Gemeindebezirk Weiler bei Bingen verbleibt in der Evangelischen Kirche im Rheinland und schließt sich zum Jahreswechsel der Evangelischen Kirchengemeinde Münster-Sarmsheim-Waldalgesheim an. Der Gemeindebezirk Bingerbrück bildet künftig die Evangelische Kirchengemeinde Bingerbrück, die vorbehaltlich der Zustimmung der rheinischen Landessynode zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau wechselt.

Folgende Zusammenschlüsse von Kirchenkreisen gibt es:
In Nordrhein-Westfalen schließen sich die drei Kirchenkreise Köln-Mitte, Köln-Nord und Köln-Süd zum Evangelischen Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch zusammen.
Im Saarland bilden die Kirchenkreise Saar-Ost und Saar-West künftig den Evangelischen Kirchenkreis An der Saar.

Im Einzelnen fusionieren folgende Kirchengemeinden:
Im Kirchenkreis Altenkirchen haben sich die Kirchengemeinden Birnbach, Flammersfeld und die Auferstehungskirchengemeinde Mehren-Schöneberg zu einer Umstrukturierung entschlossen. Sie bilden künftig die Evangelische Friedensgemeinde im Raiffeisenland.

Im Kirchenkreis Bonn entsteht durch den Zusammenschluss der Auferstehungskirchengemeinde, der Johanniskirchengemeinde Bonn-Duisdorf, der Kirchengemeinde Hardtberg und einem Teil der Kirchengemeinde am Kottenforst die Evangelische Kirchengemeinde im Bonner Westen. Der andere Teil der Kirchengemeinde am Kottenforst fusioniert mit den Kirchengemeinden Hersel und Vorgebirge zur Evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde an Rhein und Vorgebirge. Im Kirchenkreis Bonn werden zudem die Apostelkirchengemeinde und die Lukaskirchengemeinde zur Evangelischen Mirjam-Kirchengemeinde Bonn.

Im Kirchenkreis Dinslaken stößt die Kirchengemeinde Hiesfeld zur Evangelischen Kirchengemeinde Dinslaken.

Im Kirchenkreis Düsseldorf gliedert sich die Kirchengemeinde Düsseldorf-Heerdt der Kirchengemeinde Düsseldorf-Oberkassel an. Sie firmieren künftig unter dem Namen Evangelische Kirchengemeinde Düsseldorf-Linksrheinisch.

Im Kirchenkreis Essen schließt sich die Kirchengemeinde Essen-Haarzopf der Evangelischen Emmaus-Gemeinde Essen an.

Im Kirchenkreis Gladbach-Neuss stößt die Kirchengemeinde Mönchengladbach-Großheide zur Evangelischen Friedenskirchengemeinde Mönchengladbach.

Im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel geht die neu gegründete Evangelische Sophiengemeinde aus dem Zusammenschluss der Kirchengemeinden Euskirchen und Weilerswist hervor.

Im Kirchenkreis Kleve schließt sich die Kirchengemeinde Moyland der Evangelischen Kirchengemeinde Kleve an.

Im Kirchenkreis Koblenz vereinigen sich die Kirchengemeinden Oberwinter und Remagen-Sinzig zur Evangelischen Kirchengemeinde Rhein-Ahr.

In Köln wird aus den Kirchengemeinden Ichthys und Pulheim die Evangelische Heilig Geist Gemeinde Köln Land. Sie gehört künftig zum Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch. Ebenso gehören zu diesem Kirchenkreis die neu gegründete Melanchthon-Kirchengemeinde Kerpen, die aus einem Zusammenschluss der Kirchengemeinden Brüggen-Erft und Horrem hervorgeht, sowie die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Rodenkirchen, zu der sich die Kirchengemeinden Rodenkirchen, Rondorf und Sürth-Weiß zusammenschließen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Deutz/Poll wechselt im Rahmen der Kölner Kirchenkreisfusion zum Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch.

Im Kirchenkreis Krefeld schließen sich die Kirchengemeinde Alt-Krefeld, die Friedenskirchengemeinde und die Pauluskirchengemeinde zusammen. Sie firmieren künftig als Evangelische Stadtkirchengemeinde Krefeld.

Im Kirchenkreis an Lahn und Dill stößt die Kirchengemeinde Blasbach zur Evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar.

Im Kirchenkreis Lennep fusionieren die Adolf-Clarenbach-Kirchengemeinde, die Auferstehungskirchengemeinde, die Christus-Kirchengemeinde und die Stadtkirchengemeinde zur Evangelischen Kirchengemeinde Remscheid. Weiterhin schließen sich die evangelisch-reformierte und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Radevormwald mit der Kirchengemeinde Remlingrade-Dahlerau zusammen. Sie bilden künftig die Evangelische Kirchengemeinde Radevormwald.

Im Kirchenkreis Moers entsteht durch den Zusammenschluss der vier Kirchengemeinden Budberg, Orsoy, Rheinberg und Wallach-Ossenberg-Borth die Evangelische Kirchengemeinde am Rheinbogen.

Im Kirchenkreis An Nahe und Glan schließen sich die vier Kirchengemeinden Bockenaus-Sponheim, Gebroth-Winterburg, Waldböckelheim und Niederhausen-Norheim zur Evangelischen Kirchengemeinde Nahe-Soonwald zusammen. Bei der Evangelischen Kirchengemeinde Bingerbrück kommt es zu einer Teilung. Der Gemeindebezirk Weiler bei Bingen schließt sich zum Jahreswechsel der Evangelischen Kirchengemeinde Münster-Sarmsheim-Waldalgesheim an. Der Gemeindebezirk Bingerbrück bildet künftig die Evangelische Kirchengemeinde Bingerbrück, die vorbehaltlich der Zustimmung der rheinischen Landessynode zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau wechselt (s. o.).

Im Kirchenkreis Obere Nahe schließen sich zum Jahreswechsel 17 der 19 zum Kirchenkreis gehörenden Kirchengemeinden zusammen. Die fünf Kirchengemeinden Medard-Wiesweiler, Weierbach-Sien, Grumbach-Herren-Sulzbach, Niederalben-Niedereisenbach und Offenbach am Glan fusionieren zur Evangelischen Kirchengemeinde Nahe-Glan. Zur neu gegründeten Evangelischen Kirchengemeinde Obere Nahe Fischbachtal vereinigen sich acht Kirchengemeinden: Mörschied-Weiden, Bergen, Fischbach-Kirn-Sulzbach, Herrstein, Kirchenbollenbach, Niederwörresbach, Wickenrodt und die Trinitatiskirchengemeinde Nahe Oberstein. Die vier Kirchengemeinden Burg-Lichtenberg, Pfeffelbach, Westrich-Nahe und Wolfersweiler bilden künftig die Evangelische Kirchengemeinde Saar Westrich Nahe.

Im Kirchenkreis An der Ruhr bilden die Vereinte Evangelische Kirchengemeinde in Mülheim und die Kirchengemeinde Broich-Saarn künftig die Evangelische Brückengemeinde Mülheim.

Im Kirchenkreis An Sieg und Rhein schließt sich die Kirchengemeinde Uckerath der Kirchengemeinde Hennef an. Sie bilden künftig die Evangelische Kirchengemeinde Hennef und Uckerath.

Stichwort: Kirchenkreisfusionen
Erstmals seit 2019 gibt es zum Jahresanfang 2026 wieder Zusammenschlüsse von Kirchenkreisen. Im Interview auf ekir.de spricht die Leiterin des Kirchenkreisdezernats im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland, Landeskirchenrätin Antje Hieronimus, über die bevorstehenden Kirchenkreisfusionen, Vor- und Nachteile größerer Verwaltungseinheiten und die Bedeutung eines guten Projektmanagements.

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