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Für die gemeindenahe Seelsorge bereit
Kreis Kleve. Gute Erfahrungen machten 13 Teilnehmerinnen des ersten ökumenischen Qualifizierungskurses „gemeindenahe Seelsorge“. Während fünf Modulen und 90 Unterrichtseinheiten erlernten sie das Handwerk der Seelsorge. Mit dem öffentlichen Entsendegottesdienst am Sonntag, 15. November, 14 Uhr in der evangelischen Kirche Goch endet der Kurs. Danach werden die neuen Seelsorgerinnen in ihren Gemeinden ehrenamtlich tätig sein.
„Ich habe mich wirklich auf jedes Treffen gefreut, es war eine tolle Gruppe“, erzählt Marion Cleven. Sie ist in St. Willibrord Kleve zuhause und wird demnächst für die Gemeinde seelsorgliche Besuche machen. „Die entsendenden Gemeinden entscheiden mit den Kursabsolventinnen, wie und wo sie eingesetzt werden“, sagt Pfarrerin Dorothee Neubert. Das kann auch in Krankenhäusern oder Senioreneinrichtungen sein. Pfarrerin Neubert hatte die Kursleitung für den Evangelischen Kirchenkreis Kleve übernommen, Dr. Andrea Spans vom Katholischen Bildungswerk Kleve (KBW) unterstützte bei Konzeption und Durchführung des Kurses. „Wir freuen uns, dass der Kurs eine so gute Resonanz hatte, es gab sogar eine Warteliste“, sagt Spans.
„Spannend war es für uns nicht nur, weil wir den Kurs zum ersten Mal angeboten haben“, meint Neubert. „Wir hatten eine Gruppe mit unterschiedlichen Vorkenntnissen, das hat sich jedoch gut ergänzt.“ Wie Marion Cleven brachte auch Sabina Spelt (Goch) bereits Erfahrungen aus der Hospizarbeit ein. „Als Neuzugezogene in Goch hat mich der Artikel im Gemeindebrief aufmerksam gemacht.“ Sie interessierten vor allem die neuen theologischen Blickwinkel, die sie auch nach dem Kurs weiter vertiefen möchte. Spelt gehört zur Gruppe, welche das „Friedhofsgeflüster“ in Goch anbietet, auch im Wilhelm-Anton-Hospital Goch wird sie nun unterwegs sein. „Menschen freuen sich, wenn jemand ihnen wirklich aktiv zuhört und Interesse mitbringt.“
„Die Seelsorge ist ein kirchliches Angebot, wir haben die Bibel dabei. Aber wir zwingen zum Beispiel niemanden zu beten, der es nicht möchte“, erläutert Cleven. „Der Kurs ermöglicht eine große Selbstreflektion“, berichten die beiden Absolventinnen. Neben der theologischen Kompetenz waren auch die personale, die kommunikative und die ethische Kompetenz Hauptthemen der Module. Jemandem in einer seelischen Not beizustehen, ist natürlich christliche Nächstenliebe. „Es ist für uns schon auch ein persönliches Anliegen, das uns erfüllt und einfach Freude bereitet“, sind die Seelsorgerinnen überzeugt. Die Schweigepflicht gilt übrigens für sie genauso, wie für Pfarrerinnen und Pfarrer. Wo sie sich abgrenzen müssen: „Wir sind keine Psychologinnen oder Therapeutinnen.“ Während den ersten Praxiserfahrungen im Kurs wurden die Teilnehmerinnen durch erfahrene Mentoren begleitet. Fallbeispiele halfen zudem besser zu verstehen, was Seelsorge ausmacht. „Unsere Kursmappen können helfen, mal Dinge nachzuschauen, denn es ist schon eine Menge Stoff gewesen“, erzählen Spelt und Cleven. „Wer mit dem Gedanken spielt, den Kurs zu belegen, es lohnt sich“, findet Cleven.
In 2027 wird der Kurs erneut vom Evangelischen Kirchenkreis Kleve in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Kleve angeboten. Ein Orientierungsgespräch hilft im Vorfeld zu entscheiden, ob der Kurs wirklich die richtige Wahl ist. Anmeldungen sind bis zum 8. Januar möglich. Die Orientierungsgespräche finden Ende Januar /Anfang Februar statt. Weitere Informationen finden sich auf den Internetseiten der Kooperationspartner, www.kirchenkreis-kleve.de und https://kbw-kleve.de