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Festmachen im Glauben
Was braucht es, dass jemand konfirmiert wird? Glaubensbekenntnis, Psalm 23 und die Reihenfolge der biblischen Bücher auswendig lernen. Früher war das so. Da gab es auch eine Prüfung, wo dieses Wissen abgefragt wurde. Manche Ältere in der Gemeinde trauern dem nach. Wenn ich sie allerdings frage, was sie denn noch davon im Kopf haben – dann ist oft Schweigen. Konfirmieren heißt soviel wie: fest machen – im Glauben festigen und stärken. Auswendiggelerntes kann dabei helfen – besonders wenn es wie im Englischen ‚learning by heart‘ mit dem Herzen aufgenommen wird.
Entscheidender ist für mich mit welcher Haltung ich den Jugendlichen, die konfirmiert werden, begegne – und ihnen damit etwas grundlegend Evangelisches (im Sinne von: dem Evangelium gemäß) mitgebe. Dabei leiten mich drei Grundsätze.
Erstens: Das Beste im Leben – geschenkt. Anders als in der Welt, in der ständig Leistung abgerufen wird, gibt es Gottes Zusage da zu sein gratis.
Zweitens: Jede und jeder – geliebt. Auch die Person, die mir das Leben schwer macht, auch wenn ich an mir selbst zweifle – es gilt immer: wir alle sind Gottes geliebte Kinder.
Und drittens: Fehler – erlaubt. Perfektionismus ist gut, Fehlerfreundlichkeit ist besser. Denn wir alle machen Fehler und scheitern auch mal.
Diese Haltung miteinander einüben, darum geht es mir beim Zugehen auf die Konfirmation. Und ich übe mich darin immer noch – und die Jugendlichen, die in diesen Wochen konfirmiert werden hoffentlich auch.
Rahel Schaller
Pfarrerin in Goch und Louisendorf