Aktuelles
Entwicklung der Kirchenmitgliedschaft der EKD, EKiR und im Kirchenkreis

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat am Donnerstag ihre Mitgliedschaftsstatistik für das Jahr 2024 veröffentlicht. Nach den aktuellen Berechnungen auf Basis der aus den Landeskirchen gemeldeten vorläufigen Zahlen gehörten zum Stichtag 31.12.2024 insgesamt 17.980.000 Menschen einer der 20 Landeskirchen der EKD an.
Evangelische Kirche im Rheinland
Korrespondierenden Zahlen für 2024 liegen aus der Evangelischen Kirche im Rheinland vor. Diese Zahlen sind – abgesehen vom Mitgliederbestand – vorläufig; wie in jedem Jahr stehen endgültige Zahlen erst im Spätsommer fest.
- Mitgliederbestand am 31.12.2024: 2.122.717 (2023: 2.192.756)
- Sterbefälle 2024: 40.900 (2023: 42.033)
- Kirchenaustritte 2024: 42.200 (2023: 47.234)
- Taufen 2024: 12.900 (2023: 14.691)
- Aufnahmen 2024: 2100 (2023: 2385)
Evangelischer Kirchenkreis Kleve
Im Evangelischen Kirchenkreis Kleve verteilten sich Ende Dezember 2024 40.944 Gemeindeglieder auf 20 Kirchengemeinden. Sie ermöglichen mit ihrer Mitgliedschaft das kirchliche und diakonische Handeln vor Ort. Sie füllen kirchliche Räume mit Leben und sorgen dafür, dass Menschen sich ehrenamtlich und beruflich in der Kirche und für andere engagieren. Dafür sagen wir im Kirchenkreis herzlichen Dank! Im Kirchenkreis verzeichnen wir prozentual weniger Rückgang der Mitgliedschaft als der bundesweite Schnitt (-3,2 Prozent). Im Vergleich zu Dezember 2023 waren es im vergangenen Dezember 789 Gemeindeglieder weniger (-1,89 Prozent). Das sind einerseits Austritte, andererseits kommen weniger Menschen durch Taufe nach, als Gemeindeglieder versterben. Die Zahl der Austritte in unseren Gemeinden hat sich verringert: von 869 (2023) auf 657 (2024).

Dazu drei einordnende Zitate von Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland:
Klarer Realismus: Dass wir kleiner werden, ist ein geschichtlicher Prozess.
„Seit Ende der 1960er-Jahre haben wir Kirchenaustritte. Das ist Teil der De-Institutionalisierung wie Säkularisierung in vielen Ländern Europas, des allgemeinen Rückgangs der Mitgliedschaften in Parteien, Gewerkschaften, Kirchen einerseits und des Nachlassens religiöser Bindungen andererseits. Zugleich erleben wir gegenwärtig eine selbstbestärkende Beschleunigung der Prozesse. Mit der Folge: Wir müssen Kirche grundlegend verwandeln. Das ist unsere aktuelle Aufgabe in der wechselreichen Geschichte unserer Kirche.“
Protestantische Resilienz: Wir werden als Kirche Jesu Christi nicht von Zahlen bestimmt.
„Zahlen entfalten mitunter eine negative Wirkung bis hin zum Zweifel an der Zukunft von Kirche. Doch die Kirche Jesu Christi wird es geben bis ans Ende der Welt – dafür steht Gott selbst ein. Und Gottes Schöpfergeist ist nicht gebunden an Statistiken. Zugespitzt formuliert: Auch wenn wir keine einzige Kirche hätten und nur zwei, drei Christ/innen wären, würden wir von Gottes Liebe in Jesus Christus weitererzählen. Denn aus ihr leben wir. Davon zu reden, ist unser Auftrag.“
Gelebte Hoffnung: Geschichte ist offen und wir vertrauen – Gott wird es gut machen.
„Wie die Rolle von Glaube und Kirche in Zukunft aussehen wird, wissen wir nicht. Es ist nicht gesagt, dass sich Prozesse einfach immer fortsetzen. Das zeigt die wechselvolle Geschichte allein des vergangenen Jahrhunderts. Gegenwärtig leben wir in stark disruptiven Zeiten, in denen Menschen neu nach Hoffnung, Halt, Sinn und Gemeinschaft fragen – und auch Institutionen neue Bedeutung bekommen. Auch viele, die kein Kirchenmitglied sind, wollen sich eine Gesellschaft ohne Kirche nicht vorstellen: ohne Nächstenliebe, Diakonie, Eintreten für Schwache, Kirchengebäude, Glaubenshoffnung, Seelsorge, christliche Feste, Chöre, Kitas, Religionsunterricht, Jugend- und Seniorenarbeit. Unsere Aufgabe ist es zu beten, Menschen zu trösten, Liebe zu leben, für Gerechtigkeit einzutreten und das Evangelium weiterzusagen. Den Rest überlassen wir getrost Gott.“