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Dein Licht kommt! - Superintendent Wefers zum 3. Advent

Und noch einmal Corona – es belastet immer noch und die Schreckensnachrichten lassen nicht nach. Nein, sie steigern sich gerade sogar wieder: Die Infektionszahlen gehen nicht genug runter, sondern wachsen weiter, nicht expo­nentiell, aber doch konstant. Krankenhäuser und Personal am absoluten Limit, die  Todesrate – Gott sei’s geklagt – wächst leider auch. Die Vorfreude auf Weihnachten, die sowieso schon reichlich angeknackst war wegen „Corona“,  kriegt noch einmal einen Dämpfer: Es könnte doch noch ein „harter Lockdown“ kommen mit noch mehr Einschränkungen. Neben­bei bemerkt: Wer legt eigent­lich fest, was „hart“ ist? Ich fand fast das ganze Corona-Jahr „hart“ und weit von „leicht“ entfernt!

Jedenfalls war mir das Wort eines biblischen Propheten selten so nahe wie in diesem Jahr, obwohl es schon vor ca. 2500 Jahren aufgeschrieben wurde: Siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker … (Jesaja 60,1).

Komischerweise steckt aber Jesaja den Kopf nicht in den Sand und lässt ihn auch nicht hängen, sondern nimmt von irgendwoher eine schier unglaubliche Hoffnung, trotz alles Dunkels: …. aber über dir geht der HERR auf wie die Sonne und der Glanz seiner Gegenwart erstrahlt über dir. Jesaja nimmt das Bild des Sonnenaufgangs und verkündet: Trotz allem zieht Gott so sicher herauf und vertreibt das Dunkel der Erde, wie an einem schönen Tag die Sonne am Morgen die Nacht beendet und alles hell erleuchtet.

Für Christ*innen leuchtet dieser Glanz Gottes in Jesus Christus auf: In seiner Mitmenschlichkeit, seiner Güte und Freundlichkeit, seiner Kraft zum Guten und all seinem Tun, mit dem er Menschen aufgerichtet und stark gemacht hat. All dies leuchtet auf im Stall von Bethlehem, allem Dunkel zum Trotz! Und das Gott gerade so nahe ist mitten in unserer Bedrängnis, das gilt es zu verstehen und tatsächlich zu „glauben“ im Zugehen auf Weih­nachten. Und es gilt, diese Mit­mensch­lichkeit Jesu auch in unserem eigenen Lebensalltag auf­schei­nen zu lassen durch unser Tun. Denn der Anspruch des Glaubens ist, dass in Jesu Wirken etwas von dem exem­plarisch deutlich wird, was wahres Menschsein aus­macht. Das ist nicht rumkrakelen und sich empören. Das ist g‘rad das Gegenteil: Sich der Situation stellen und sie gemeinsam bewäl­tigen!  

Darum formuliert Jesaja zum Abschluss: Ja: „Mache Dich auf! Werde licht! Denn dein Licht kommt.“

Ich wünsche Ihnen besinnliche Advents- und Weihnachtstage, dieses Jahr wohl im Kreis der eng­sten Familie und Angehörigen, aber mit der Zuversicht im Herzen, dass Gott da ist für uns und leuchtet – gerade da, wo wir einander Gutes tun.

Superintendent H. - Joachim Wefers

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