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ACK Goch zur Nationalen Totenerinnerung in Veghel (NL) eingeladen
Text: Hans-Georg Steiffert, Bilder (ACK Goch und Gocherland)
Die Teilnahme an dem Dodenherdenking, dem niederländischen Totengedenken am 4. Mai, ist für den Gocher ACK mittlerweile eine lieb gewordene Tradition. Auch in diesem Jahr folgte der Gocher ACK einer Einladung seiner niederländischen Partnereinrichtung in Veghel und nahm an den dortigen Feierlichkeiten zum nationalen niederländischen Totengedenken teil. Dabei war die Gocher Delegation mit 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern größer als je zuvor, unter ihnen unter anderen Superintendent und Gocher Gemeindepfarrer Robert Arndt und Pater Devis SVD. Berührt waren die Gocher Besucher wie stets zuvor von der Gastfreundschaft ihrer niederländischen Gastgeber und erneut beeindruckt von dem würdevollen Stil, der die Veranstaltung prägte.
Umrahmt wurde das offizielle Programm von einem geselligen Beisammensein im Pfarrheim der Vegheler Gemeinde: Kaffee und Kuchen sowie weitere Köstlichkeiten boten den Rahmen, innerhalb dessen man Erfahrungen und Informationen austauschte, Erinnerungen nachging und Kontakte vertiefte.
Das offizielle Programm folgte einem mittlerweile festgefügten, jedoch keineswegs zur Routine erstarrten Ritual. Auch in diesem Jahr begann es mit einer eigens für diesen Gedenktag erstellten Theaterproduktion, die dieses Mal den des Niederländischen nicht mächtigen Besuchern entgegenkam: Dargeboten wurde eine wortlose Theaterperformance. Flankiert durch eine geschickte Illumination sowie eine mitreißende Musik konfrontierte eine etwa 60 Personen umfassende, heterogen zusammengesetzten Theatertruppe - sie umfasste u.a. auch eine gehörlose Schauspielerin sowie einen Menschen im Rollstuhl – mit dem Thema des Abends: Der Problematik, in einer polarisierten Welt dem friedvollen Zusammenleben dienende Entscheidungen zu treffen und nicht in Gleichgültigkeit auszuweichen.
„Wegkijken is een Kreuze“ - „Wegschauen ist eine Entscheidung“ lautete das Gedicht, mit dem am Schluss die Botschaft der Performance auf den Punkt gebracht wurde. Die Wortlosigkeit der Theateraufführung einerseits sowie die Eindringlichkeit von Choreografie und Musik andererseits inspirierten die Besucher des bis auf den letzten Platz besetzten Blauwe Kei Theaters, dieser Botschaft auf einer jeweils eigenen Weise nachzugehen.
Eindrucksvoll wie jedes Jahr war der Schweigemarsch durch die Straßen von Veghel zur Gedenkstätte. Der Weg dorthin war teilweise beflaggt und zahlreiche Anrainer verfolgten das Geschehen mit ernster Miene. Die kurzen Ansprachen an der Gedenkstätte griffen die Thematik des Theaters wieder auf: Der 4. Mai ist nicht nur Anlass für einen Rückblick auf das Ende eines grauenvollen Geschehens. Er konfrontiert uns auch mit den Herausforderungen der Gegenwart, sich angesichts von Krieg, Gewalt und gesellschaftlicher Intoleranz zu positionieren. Ausdrucksstark war erneut die Kranzniederlegung in der stilvoll dekorierten Gedenkstätte: Niedergelegt wurden Kränze von den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen der Stadt, unter ihnen auch eine Abordnung der ukrainischen Bürger der Stadt. Jeweils geleitet wurden die Kranzniederlegungen von Schülerinnen und Schülern aus Veghel. Eine Schule der Stadt hat die Patenschaft über die Gedenkstätte - ein Beleg für die generationen- übergreifende Bedeutung, die der Gedenktag in dieser Stadt hat. Klemens Verhülsdonk und Dirk Elsenbruch legten einen Kranz für die Stadt Goch ab. Sakrale Blasmusik begleitete das Geschehen auf dem Gedenkplatz, das hier wie im übrigen Land um 20 Uhr von zwei Schweigeminuten unterbrochen wurde.
Wie in den vergangenen Jahren nahmen auch diesmal keine Vertreter der Stadt Goch an der Veranstaltung der Partnerstadt teil. Es scheint, dass das Anliegen der Städtepartnerschaft, ursprünglich ein Herzensanliegen der Politik, jetzt in den Händen der Gocher Gilden und christlichen Kirchen liegt.