Dazu schreibt Präses Manfred Rekowski:

„Frauen und Männer haben entsprechend ihren Begabungen und Fähigkeiten gleichberechtigt Zugang zu Ämtern, Diensten und weiteren Aufgaben", legt Artikel 2 unserer Kirchenordnung fest. Dennoch sind nicht all unsere Gremien geschlechterparitätisch besetzt. Warum sinkt der Frauenanteil von Ebene zu Ebene? Dieser Gleichstellungsatlas gibt keine Antwort auf diese Frage, er liefert jedoch die erforderlichen Daten, die Voraussetzung für eine Analyse der Situation und Grundlage für die Entwicklung von Zielen und Maßnahmen für
mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Evangelischen Kirche im Rheinland sind.

Um herauszufinden, wie die Mitarbeit in unseren Leitungsgremien auch für Frauen attraktiv sein bzw. werden kann, hat die Kirchenleitung im Oktober 2017 eine Studie in Auftrag gegeben. Vor allem möchten wir wissen, wie sich unsere Gremienkultur verändern muss, damit ehrenamtliches Engagement auch in Zukunft unsere Kirche leitend
mitgestaltet. Was kann die Kirche tun, damit das gelingt?

Das biblische Bild von dem einen Leib und den vielen Gliedern zeigt, dass Vielfalt gewollt und bereichernd ist. Deshalb wollen wir künftig weitere Diversitäts-Kriterien in den Blick nehmen. Denn wir brauchen in unseren Gremien eine geschlechterparitätische Besetzung, aber wir brauchen auch mehr junge Menschen, mehr Menschen mit nicht gradlinig kirchlich sozialisierten Biografien, mehr Menschen mit nicht-akademischen Ausbildungen,
mehr Menschen mit Handicaps, mehr „Andere". Sie alle werden ihre jeweils spezifischen Erfahrungen und Kompetenzen einbringen und so die Arbeit bereichern und zur Zukunftsfähigkeit unserer Kirche mit beitragen.
Gleiches gilt für die hauptamtlich Mitarbeitenden. Das neue Mitarbeitendengesetz eröffnet die Möglichkeit, auch nicht-evangelische Bewerberinnen und Bewerber einzustellen. Dies wird ebenfalls dazu beitragen, dass die rheinische Kirche besser als bisher der kulturellen Vielfalt Rechnung tragen kann. Die daraus resultierenden Entwicklungen wird der Personalbericht aufzeigen.

Ich lade Sie herzlich ein, auf Grundlage der vorliegenden Daten in diesem Gleichstellungsatlas die Situation in Ihrer Gemeinde, in Ihrem Kirchenkreis unter die Lupe zu nehmen und Maßnahmen zu entwickeln, die mehr Vielfalt ermöglichen. Bereits Erprobtes, z.B. zu Wahlverfahren, finden Sie in einer Methoden-Box auf der Homepage der Genderund Gleichstellungsstelle: http://www.ekir.de/gender/Methodenbox-neu.php.

Auch die Kirchenleitung will sich künftig daran messen lassen, ob ihre Beschlüsse und Entscheidungen zu mehr Diversität beitragen. Dazu werden wir Ziellinien erarbeiten. Wir wünschen uns, dass der nächste Bericht, der der Landessynode 2022 vorgelegt wird, erste Erfolge aufzeigen kann.

Hier kann der Gleichstellungsatlas heruntergeladen werden.

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