Pastorale Zusammenarbeit in Regionen

Wie sieht der Pfarrdienst in Zukunft bei uns aus? Diese Frage stellen sich Presbyterien der evangelischen Kirchengemeinden derzeit. Auch die 217. Synode des Evangelischen Kirchenkreises Kleve wird neben dem Haushalt, Berichten und Anträgen der Arbeitsfelder im Gocher Kastell darüber diskutieren. Die Synode tagt öffentlich und beginnt mit einem Abendmahlsgottesdienst zunächst in der ev. Kirche am Markt am Freitag, 13. Oktober, um 17 Uhr. Fortgesetzt wird sie am Samstag, 14. Oktober, um 9:30 Uhr im Gocher Kastell und endet voraussichtlich um 15 Uhr.

Hintergrund für die Pfarrstellendiskussion ist ein landeskirchlicher Beschluss, der die Pfarrstellenzahl in der rheinischen Kirche von 1.700 auf 1.000 Stellen bis zum Jahr 2030 reduziert. Gründe für den Beschluss waren Prognosen der Kirchensteuerentwicklung, die bisher nicht ganz wie befürchtet eingetreten sind. Allerdings weniger die Finanzen bedrücken die Kirche, vielmehr ist es nun der fehlende Nachwuchs im Pfarrberuf. Starke Jahrgänge gehen zudem ab 2025 in Rente. Zurzeit stehen den Gemeinden im Kirchenkreis nach den Planzahlen der Landeskirche 21,42 Gemeinde-Pfarrstellen (volle Dienstumfänge) zu. Die Prognosen der Landeskirche gehen bis zum Jahr 2021 von 16,67 Gemeinde-Pfarrstellen und bis 2026 von 11,45 Gemeinde-Pfarrstellen für den Kirchenkreis aus. Dazu kommen, so die Planungen für 2021, 8,02 Vollzeitstellen für refinanzierte und nicht refinanzierte Funktionspfarrstellen.

Die Landeskirche weist den Kirchenkreisen die Pfarrstellenanzahl aufgrund der Gemeindegliederzahl in der Fläche zu. Der Dienst der Pfarrpersonen wird im Kirchenkreis demnächst in Regionen verabredet. In diesen soll der Pfarrdienst gemeinsam, verlässlich und nach Gemeindegliederzahl organisiert werden. Im Rahmen der gemeinsamen Überlegungen für den Pfarrstellenrahmenplan im Kirchenkreis Kleve haben sich jetzt bereits sechs Gemeinden zur „Region West" zusammen gefunden. Zu ihr gehören die Kirchengemeinden Goch, Kervenheim, Louisendorf, Pfalzdorf, Uedem und Weeze. Voraussichtlich in der „Region Nord" finden sich Schenkschanz-Keeken, Kranenburg, Kleve, Kalkar, Neulouisendorf und Moyland zusammen. In der „Region Ost" bündeln die kommunal Weseler Gemeinden Xanten-Mörmter, Sonsbeck und Büderich den Pfarrdienst. Die „Region Süd" bilden die Gemeinden Kevelaer, Geldern, Issum und Kerken. Der Synode wird vorgeschlagen, diese Regionenbildung zu befürworten.

Die Presbyterien der sehr unterschiedlich großen Gemeinden, von einigen Hundert bis knapp 8.000 Gemeindeglieder, sind auf einem guten Weg. Die Regionenbildung ist ein notwendiges Steuerungselement, damit auch zukünftig in allen Gemeinden pastorale Dienste angeboten werden können. In jeder Gemeinde bleiben Pfarrpersonen in allen pastoralen Fragen feste Ansprechpersonen. Bedürfnisse und Gegebenheiten der Ortsgemeinden werden so im Blick behalten.

Im Zuge der engeren Zusammenarbeit können sich in den Gemeinden beispielsweise die Gottesdienstzeiten ändern. Pfarrpersonen werden an einem Sonntag gegebenenfalls zwei Gottesdienste hintereinander bedienen. In den Gemeinden wird sich der Pfarrdienst sukzessive reduzieren, sofern die Prognosen der Gemeindegliederentwicklung im Kirchenkreis tatsächlich eintreten. Im Kirchenkreis sind in den vergangenen zehn Jahren leichte Verluste zu verzeichnen. 2007 zählten die 19 Gemeinden 46.149 Gemeindeglieder, heute sind es noch 43.457.

Die Presbyterien verbinden mit der Zusammenarbeit in der Region die Erwartung, dass für die nächsten 10-15 Jahre der Pfarrdienst im Kirchenkreis auf gutem Niveau gesichert sein wird. Darüber hinaus hoffen sie, dass aus der pastoralen Zusammenarbeit der Gemeinden auch neue Impulse für das gesamte Gemeindeleben entstehen.

Einige Hürden gibt es für die Regionenbildung noch. Beispielsweise muss eine rechtliche Form für die Zusammenarbeit von mehreren Gemeinden im Pfarrdienst gefunden werden. Während gemeinsamer Tagungen in den Regionen sollen erste gemeinsame Schritte verbindlich verabredet werden. In den jeweiligen Gemeindeversammlungen wird darüber berichtet werden.

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