tl_files/kirchenkreis-kleve/images/Aktuelles3/BuehneKalkar.jpgDa wehte am Pfingstmontag ökumenischer Geist auf dem Kalkarer Marktplatz: In ökumenischer Verbundenheit feierten evangelische und katholische Kirchengemeinde das Pfingstfest mit anschließendem großen Rahmenprogramm. Vor rund 300 Gottesdienstbesuchern betonte Pastor Alois van Doornick bereits gemeinsam verantwortete Veranstaltungen, wie etwa Schulgottesdienste und andere Projekte. „Auch wenn viele berufliche und ehrenamtliche Tätigkeiten der Kirche im Stillen stattfinden, wir brauchen uns sicher nicht zu verstecken", begrüßte der Pastor an Heilig-Geist in Kalkar die Besucherinnen und Besucher. Auf der Bühne begleitete ein Projektchor unter der Leitung von Jan Szopinski den Gottesdienst.

Pfarrerin Christel Hagen besprach in ihrer Predigt den Turmbau zu Babel und setzte diesen in Zusammenhang mit der Geschichte von Kain und Abel. Kain, von Neid zerfressen, ermordete seinen erfolgreicheren Bruder. Der Turmbau hingegen war ein „verordnetes" Gemeinschaftsprojekt, das alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen sollte. Gott beendete das Turmbauprojekt damals mit der Sprachenverwirrung. Sie machte die Kommunikation der Bauleute unmöglich.

tl_files/kirchenkreis-kleve/images/Aktuelles3/Turmbau.jpgBaute mit Kindern einen Turm: Bürgermeisterin Britta Schulz. Die biblische Sprachenverwirrung blieb aus.

Parallelen zu heute? Für viele Menschen gelte: „Gut ist nicht gut genug, Hauptsache besser als andere". Der amerikanische Präsident suche mit Slogans wie „America first" die Leute hinter sich zu scharen, so Pfarrerin Hagen. Besorgniserregend. Und die Initiatoren des großen Pfingstfestes in Kalkar? „Wir feiern nicht aus Angst. Wir starten kein Projekt, das uns zusammenzwingen soll. Stattdessen feiern wir zusammen, weil das Ende der Sprachenverwirrung, der Angst voreinander möglich ist." Pfarrerin Hagen bekam für ihre Predigt anschließend viel Lob und Anerkennung.

Hier lesen Sie die komplette Predigt.

Nach dem Gottesdienst folgte ein buntes Rahmenprogramm an Ständen, im Zelt und auf der Bühne. So unterhielten der Musikverein von Calcar, das Mundarttheater aus Neulouisendorf, ein Gospelchor, das Jugendorchester Wissel und die Riverside Jazzband auf der Bühne. An den Ständen präsentierten Gruppen und Vereine aus Kalkar ihre Arbeit. Prämiert wurden Beiträge des „Bibel im Karton"-Projekts. Auf dem „heißen Stuhl" stellten sich einmal Pfarrer Thomas Hagen und Jens Brinkmann den Fragen, später Pfarrerin Christel Hagen und Alois van Doornick. Wer bei den heißen Sonnenstrahlen noch Energien übrig hatte stellte sich beim Human Table Soccer, als lebendige Kickerfigur auf. Anregungen für die künftige kirchliche Arbeit in Kalkar sollte der Thesenanschlag an eine Holztür im Zelt bringen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher machten Gebrauch davon.
Die Evangelische Kirchengemeinde hatte die Trägerschaft für das Fest übernommen und dankte den vielen Helferinnen und Helfern im Vorfeld sowie an den Ständen und vor allem auch Projektplaner Steffen Bettray.

Interessant auch: Am Pfingstmontag verpflichteten sich die evangelischen Landeskirchen und Bistümer in Nordrhein-Westfalen zu einer größeren ökumenischen Zusammenarbeit.
Zur Presseerklärung der EKiR

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